Nießbrauch berechnen: Berechnung des Kapitalwerts

RRT Rechtsanwälte • 14. Juli 2022
Nießbrauch berechnen

Nießbrauch - absolutes Nutzungsrecht


Der Begriff Nießbrauch bezeichnet ein unverkäufliches, nicht vererbliches absolutes Nutzungsrecht für eine Immobilie, Grundstück oder für Sachgüter. Der Nutzer hat das Recht, Einnahmen (Miete) daraus zu erzielen, ohne dass es ihm selbst gehört. 


Das Nießbrauchrecht für Sachen ist in den §§ 1030 ff, für ein Vermögen in den §§ 1085 ff, für eine Erbschaft im § 1089 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt.


Die Nutzung eines Nießbrauchrechts ist ein beliebtes und praktikables Mittel in der Nachlassplanung, weshalb es viele Erblasser für den Fall ihres Todes im Rahmen eines Testaments zum Schutz des eigenen Partners anwenden. Dem Berechtigten wird dabei das alleinige Nutzungsrecht einer Sache oder Immobilie übertragen, ohne dass er Eigentümer wird.


Weitere Erben, die beispielsweise einen Hausanteil vom Erblasser erhalten, müssen sich an dieses Nutzungsrecht halten und können den Nießbrauch nicht unterbinden. 


Wie genau sich der Nießbrauch ermitteln und mit einem Kapitalwert berechnen lässt, können Sie im folgenden Artikel erfahren.


Den Nießbrauch berechnen

Ein Nießbrauch wird gerne im Familienkreis in Bezug auf Immobilien bestimmt, wobei das Recht endet, wenn der Nießbraucher verstirbt. Der Nachteil beim Nießbrauch ist allerdings, dass dafür entweder eine Schenkungs- oder eine Erbschaftsteuer anfällt. Deshalb ist die Berechnung des Kapitalwerts wichtig, weil man diesen Wert als Nachlassverbindlichkeit bei der Schenkungssteuer abziehen kann. 

Eine pauschale Aussage über die einzelne Berechnung des Nießbrauchs ist kaum möglich, da jeder Fall ein Einzelfall ist: Nießbrauch aus Erbe, an Vermögen, an Sachwerten oder Immobilien.


  • Berechnungsformel Immobilie: Kapitalwert vom Nießbrauch = Jahreswert x Kapitalwert Faktor (nach Restlebensdauer)


Der Jahreswert ist entweder bei Eigennutzung die Mietersparnis oder die eingenommene Jahresmiete. Der Faktor für einen nicht lebenslangen oder lebenslangen Nießbrauch kann im Bewertungsgesetz (BewG), Anlage 9a (zu § 13) abgelesen werden.

Für den Fiskus ist in erster Linie der Kapitalwert relevant, der sich auch mit dem Begriff Barwert gleichsetzen lässt.


Im Einzelnen:


Jahreswert ermitteln

Zuerst wird der Jahresmietertrag (abzüglich der Werbungskosten durch die Vermietung) oder die Mietersparnis bei eigener Nutzung berechnet. 


Wer eine Immobilie selbst als Nießbrauch nutzt (Eigenbedarf), errechnet 12 Mal die eingesparte Monatsmiete als Jahreswert. Hierbei muss die Miete für eine vergleichbare Immobilie in einer vergleichbaren Lage herangezogen werden. Bei einer vermieteten Immobilie rechnet man seine 12 Monatsmieteinnahmen, die den Jahreswert ergeben. 


Der Jahreswert ist gemäß § 16 Bewertungsgesetz (BewG) gedeckelt: Er darf nicht höher sein als der Verkehrswert - dividiert durch 18,6.

Kapitalwert Faktor ermitteln

Da der Jahreswert nun bekannt ist, wird der Kapitalwert Faktor auf Basis der Nießbrauchdauer bzw. der Lebenserwartung und der voraussichtlichen Dauer des Nießbrauchrechts berechnet. Wenn das Nießbrauchrecht zeitlich beschränkt ist, wird diese Jahreszahl genutzt. Beispiel: Ist der Nießbrauch auf 15 Jahre festgeschrieben, wäre es demnach die Zahl 15.


Da niemand eine Lebensdauer voraussagen kann, wird die statistische Lebenserwartung des Nießbrauchers verwendet. Dafür hat das Statistische Bundesamt jedem Lebensalter einen Durchschnittswert zugeordnet, der bei der Ermittlung des Kapitalwertes als Multiplikator dient. Das Amt aktualisiert diese Tabelle alle zwei Jahre neu und sie beinhaltet eine Trennung nach Geschlechtern, weil die Lebenserwartung der Frauen in Deutschland höher ist als die von den Männern.



Beispiel eines Hausverkaufs


Die 70-jährige Frau Müller überträgt Ihrem Sohn Klaus zu Lebzeiten ihr Haus und im Gegenzug bekommt sie ein lebenslanges Wohnrecht, ohne Miete zahlen zu müssen. Wenn sie Miete zahlen müsste, würde sie 1.500 Euro betragen. Anhand der oben genannten Tabelle liegt die Lebenserwartung für eine 70-jährige Frau bei 17,2 Jahren und der Faktor beträgt 11,17.


Mit diesen Daten kann ganz grob der Kapitalwert des Nießbrauchs ermittelt werden:

Jahreswert - 1.500 Euro x 12 = 18.000 Euro, Kapitalwert - 18.000 Euro x 11,17 = 201.060 Euro.


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Wer eine Räumungsklage verliert, muss die Mietwohnung fristgerecht räumen, kann aber gegen das Urteil Berufung einlegen oder eine außergerichtliche Einigung mit dem Mieter anstreben. RRT Rechtsanwälte in Köln unterstützt seit über 25 Jahren Vermieter und Mieter im Mietrecht und prüft individuell, welche rechtlichen Schritte im jeweiligen Fall sinnvoll sind. Eine Räumungsklage ist ein gerichtliches Verfahren, mit dem ein Vermieter die Herausgabe einer Mietwohnung erzwingen möchte, meist nach einer fristlosen oder ordentlichen Kündigung. Häufige Gründe für den Verlust einer solchen Klage sind formale Fehler in der Kündigung, unzureichende Beweise oder eine erfolgreiche Verteidigung durch den Mieter, etwa durch Nachzahlung von Mietschulden. Eine verlorene Räumungsklage kann erhebliche Konsequenzen haben. Vermieter bleiben unter Umständen länger als geplant auf einem Mieter sitzen, der Mietrückstände verursacht, oder tragen zusätzlich die Gerichts- und Anwaltskosten des Verfahrens. Gerade deshalb lohnt es sich, nach einem solchen Urteil nicht vorschnell aufzugeben, sondern die vorhandenen Optionen sorgfältig zu prüfen. RRT Rechtsanwälte Köln begleitet Mandanten genau in dieser Situation. Die Kanzlei kennt die typischen Stolpersteine bei Räumungsklagen und hilft dabei, die nächsten Schritte rechtssicher zu planen.  Berufung einlegen: Welche Fristen und Voraussetzungen gelten? Gegen ein erstinstanzliches Urteil kann innerhalb eines Monats nach Zustellung Berufung eingelegt werden. Voraussetzung ist, dass der Streitwert 600 Euro übersteigt oder das Gericht die Berufung ausdrücklich zugelassen hat. Wichtig: Die Berufung muss begründet werden, meist innerhalb einer weiteren Monatsfrist. Wer diese Frist verpasst, verliert die Möglichkeit, das Urteil überprüfen zu lassen. Ein erfahrener Mietrechtsanwalt sollte daher so früh wie möglich eingebunden werden. Warum kann eine außergerichtliche Einigung mit dem Mieter sinnvoll sein? 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